Fortsetzung folgt

Ich habe mir zum Mittag Kräuter-Spätzle gemacht. Sie sehen nicht besonders lecker aus – Diese Mischung aus Grün und Gelb ist nicht gerade erfrischend. Aber das Essen dampft vor Wärme und ist somit eindeutig das beste, was ich an diesem kalten Wintertag kriegen kann.

Ein Blick aus dem Fenster zeigt mir genau das, was ich vermutet habe – Es schneit. Und das nicht nur mit drei Flocken auf dem Quadratmeter, nein man könnte es eher einen Schneesturm nennen. Globale Erwärmung – dass ich nicht lache. Früher wurde gesagt, das in diesem Jahr schon lange kein Schnee mehr existieren könne. Ich sage, dass in den letzten Jahren die Winter immer härter wurden.

Ich wende mich wieder meinem Essen zu. Es schmeckt nicht gut, und die Käsesoße hätte ich lieber außen vor gelassen, denn ich würde bei dem Geschmack nicht dafür garantieren, dass sie länger in meinem Magen bleibt. Trotzdem bin ich verärgert, als mein Mitbewohner die Treppe herunter gerannt kommt: “Martin, komm mit raus! Das musst du sehen!” – “Ich esse gerade.” – “Aber-” – “Nein.”

Er kommt zum Küchentisch und nimmt mir den Teller weg. “Essen kannst du später! Das ist wirklich wichtig!” Er stellt meinen Teller in den Kühlschrank. Das war’s wohl mit dem warmen Essen; Ich sollte die Mikrowelle reparieren.

Schwerenherzens entscheide ich mich dazu, meinem Freund nach draußen zu folgen. Im Flur schnappe ich mir meine dicke Winterjacke, doch bevor ich Schal, Mütze und Handschuhe nehmen kann, werde ich schon aus der Tür gezogen. Mein Mitbewohner hat es so eilig, dass er die Tür offen lässt, nachdem er mich durchgeschubst hat. “Du hast die Tür vergessen…”

“Ist doch egal! Wir müssen schnell zum Rathaus!”

Zum Rathaus? In diesem Ort gibt es seit zwei Jahren kein Rathaus mehr…

Plötzlich explodiert die Welt um mir herum. Ein Haus geht in Flamen auf – die Straße vor mir reißt auf. Innerhalb kürzester Zeit steht die Umgebung in Flammen. Trümmer fliegen, Menschen schreien und die plötzliche Hitze fühlt sich in meinem Mantel an, als ob ich gegart werden solle. Ich sah meinen Mitbewohner, wie er sich auf dem Boden wälzte, um die Flammen in seinen brennenden Haaren und Kleidungsstücken zu ersticken. Als ich ihm zu Hilfe eilen will, explodiert neben mir ein Auto und alles um mich herum versinkt in einem roten Schleier. Ich bin ohnmächtig, bevor ich auf dem Boden aufschlug.


“Du hast wieder die Konzentration verloren, Martin. Du wirst so nie wieder aus dieser Zeit entkommen.”

Ich erhebe mich von meiner Decke. Ein Mann im Kettenhemd sitzt neben mir und sieht mich voll Sorge an. Mein Kopf pocht wie Sau, ich kann gar nicht mehr klar denken.

“Ja, ich weiß. Aber ich kann eben nichts dagegen tun. Ich werde es wohl wieder probieren müssen.”

~ Fortsetzung folgt ~

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