Diaspora*

Zum Anfang ein Auszug eines Gespräches:

Ich: Du sag mal, kannst du überhaupt noch ohne Twitter?

Er: Ja klar.

Ich: Ich wette, dass du es nicht schaffst, drei Wochen ohne Twitter auszuhalten.

Er(zögernd): Okay. Wenn ich verliere, darfst du eine halbe Stunde meinen Account missbrauchen.

Ich: Und wenn ich verliere?

Er: Dann schreibst du einen Blogeintrag über ein soziales Netzwerk.

Dreimal dürft ihr raten, wer gewonnen hat.

Nun, ich darf also einen Beitrag schreiben, dabei natürlich ignorierend, dass der Begriff “Soziales Netzwerk” ein false friend ist, aber Definitionen sind nicht das Thema. Twitter habe ich schon, deswegen kann ich meine anfänglichen Eindrücke nicht mehr schreiben. Facebook wollte ich nicht, Gründe sollten klar sein.

Was blieb noch übrig? Ich habe mich für Diaspora* entschlossen.  Wer im Schulunterricht aufgepasst hat, dem ist das Wort Diaspora bekannt. Im Original ist es griechisch(Verstreutheit) und wird im Zusammenhang von Verstreuung ethnischer Gruppen und Religionen verwendet.

Diaspora* hat allerdings weniger mit Religion zu tun, als die Verstreutheit, denn Diaspora* ist ein dezentrales Netzwerk, in dem sich theoretisch jeder seinen eigenen Pod einrichten kann. Ein Pod ist dabei ein auf einem Webserver eingerichteter Teil des gesamten Netzwerkes. Der Sinn der Sache ist, dass die persönlichen Daten nur auf einem Pod gespeichert werden, und alle Pods letztendlich so miteinander kommunizieren, dass der Eindruck ensteht, alle seien beieinander.

Mein Freund hat mich gefragt: “Was bringt das denn nun? Der technische Aufwand für was denn nun?”

Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Der der Quellcode offen ist, kann sich (wie gesagt: theoretisch) jeder einen eigenen Pod einrichten, womit man seine Daten immer bei sich hat. Damit kann man jederzeit sein Pod löschen und die Daten sind aus dem Netzwerk entfernt – Von Zitaten vielleicht mal abgesehen.

Das einzige Problem ist, dass die Einrichtung nichts für Anfänger ist, die vom Thema keine Ahnung haben, da es keine einfache Installationsroutine gibt (wie bspw. bei einem WordPress-Blog, das vermutlich simpelste Online-System, was die Einrichtung angeht)

Auch benötigt man zwingend entweder seinen eigenen Webserver oder einen bezahlten, da das System auf Ruby basiert und ich persönlich keinen Freehoster kenne, der das anbietet.

Aber genug des technischen Teils.

Der Einstieg ist eigentlich der schwerste Teil: Ein Pod finden. Da ich mir nicht meinen eigenen einrichten wollte, (vllt. mache ich dafür mal ein Tutorial ;)) musste ich mir einen öffentlichen Pod suchen – bestenfalls in Deutsch. Erste Anlaufstelle: http://diasporaproject.org

Dort werde ich auf http://podupti.me weitergeleitet. Diese Seite enthält eine große Liste mit aktiven, öffentlichen Pods. Nach etwas Stöberei habe ich mich dazu entschlossen, mich auf http://despora.deregistriert. Ein deutsches Pod (Pod? Der? Die? Das?) zu finden ist anscheinend nicht schwer. Da alle Pods miteinander verbunden sind, war es mir ziemlich egal, ich habe nur auf Uptime und Rating geachtet.

Die Startseite von Despora

Die Startseite von Despora

Meine Landung auf despora sah schonmal sehr aufgeräumt aus.

Natürlich habe ich mich prompt registriert. Nur eine Sache ist mir aufgefallen: Man muss beim Registrieren sein Passwort nur einmal eingeben. Im Normalfall fände ich das total gut, da ich die Überprüfung bis jetzt immer überflüssig fand. Bis ich mich das zweite mal einloggen wollte. Aber nun weiß ich wenigstens, dass das Zurücksetzen des Passwortes recht einfach ist 😉

Hallo auf Diaspora

Ein großes Hallo

Die Begrüßung auf dem Diaspora-Pod hat mir auch gefallen – Man wird praktisch an die Hand genommen, damit man nicht verloren geht. Eine kurze Einführung, und man steht direkt auf der wichtigsten Seite: dem Stream. Kurze Anmerkungen erklären gut, was man tun kann.

Der Stream

Eine schnelle Übersicht über den Stream

Erste Nachricht

Meine erste Nachricht auf Diaspora

Direkt schreibe ich natürlich meine erste Nachricht und werde auch ziemlich schnell begrüßt.

Und schon wird mein Beitrag mit "Gefällt mir" gekennzeichnet

Und schon wird mein Beitrag mit “Gefällt mir” gekennzeichnet


Eine Antwort

Die erste Antwort auf meine erste Nachricht

Auch kann man sein Diaspora-Account mit Twitter verbinden:

Twitter-Authorisierung für Diaspora

Gewohnt einfach kann man Diaspora für Twitter authorisieren

Mir ist zwar noch nicht ganz bewusst, was mir das bringt, aber “Dabei sein ist alles”. Ist ja auch grade Olympia.

Nachdem ich mich mit ein paar Interessen-Tags ausgestattet habe, lassen sich auch schon ein paar Sachen auf meinem Stream sehen:

Mein Stream

So sieht ein Stream aus, der ein wenig gefüllt ist

Alles in Allem kann ich sagen, dass Diaspora* ein sehr schönen Eindruck macht. Aber, wenn man (so wie ich) nichts mit Sozialen Netzwerken anfangen kann, steht man ziemlich da. Ich lese auch hier wieder nur News – Genau wie Twitter. Aber ich schätze, dass ich mich mit ein wenig Zeit besser dort zurecht finden werde – Immerhin wirkt es alles ein wenig kleiner und übersichtlicher, anders als auf Twitter, wo jede Sekunde mehrere Tweets auf einmal hereinkommen.

Wer ebenfalls auf Diaspora* ist, kann mich natürlich gerne anschreiben. Man findet mich unter looper@despora.de

Wer noch hinmöchte, darf auch gerne diesem Link folgen, das ist mein persönlicher “Einladlink”: https://despora.de/i/d9990761d13a

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